Schulen

„Was interessieren mich die alten Geschichten von Oma und Opa?“, hört man Jugendliche bisweilen sagen. Meist fühlen sie sich belehrt oder sehen deren Erinnerungen losgelöst vom historischen Kontext. Können Jugendliche jedoch die erlebte Vergangenheit früherer Generationen selbst entdecken und einordnen, werden die Erzählungen und Ereignisse von damals verständlicher. Der Verband der Geschichtslehrer Deutschlands möchte Schüler und Lehrer auf dieser Erkundungsreise begleiten. Sie beginnt bei den facettenreichen Erzählungen der Zeitzeugen und führt hin zu zentralen Themen der deutschen Geschichte.

Zeitzeugen beleben die trockenen Fakten. Schicksale werden sichtbar, abstrakte Sachverhalte personalisiert und allgemeine Aussagen konkretisiert. Gleichwohl spiegeln persönliche Geschichten nicht die Geschichte wider. Wie jede andere Quelle müssen auch sie gründlich hinterfragt werden. Die von uns sorgfältig ausgewählten Interviewausschnitte schneiden ein Thema an, bieten einen Einstieg und werfen Fragen auf. Der Lehrer kann mit diesen Video-Beispielen seine Schüler für eine Vielzahl von Themen und Epochen sensibilisieren. Speziell entwickelte Unterrichtsmaterialien helfen Neugier und Interesse zu wecken. Gezielt befragt erhalten die Schüler einen tieferen Einblick in erlebte und erzählte Geschichte. Auf dem Mitmachkanal „Unsere Geschichte“ auf YouTube können die Schüler schließlich selbst aktiv werden und Geschichten und Geschichte im privaten Umfeld erkunden und ins Netz stellen.

So eröffnen sich Lehrern wie Schülern neue Wege des historischen Lernens. Geschichte wird in all ihren Facetten, die Erinnerung in all ihrer Problematik erkennbar. Die moderne Vermittlung und Vermehrung des historischen Wissens durch das Angebot aktiver Beteiligung stärkt das demokratische Bewusstsein und gewinnt so politische Bedeutung. Der Verband der Geschichtslehrer begrüßt es sehr, dass der Verein „Unsere Geschichte. Das Gedächtnis der Nation“ dabei auch an die Jugend gedacht hat und sie zur Mitarbeit einlädt.

Dr. Peter Lautzas (Langjähriger Vorsitzender des Verbandes der Geschichtslehrer Deutschlands)

Zum Umgang mit Zeitzeugen-Interviews

Der Lebensborn

Der Lebensborn war ein Instrument nationalsozialistischer Rassenpolitik. Er wurde 1935 auf Initiative Heinrich Himmlers gegründet und war ein der SS unterstellter Verein. Seine Ziel bestand darin, ausgewählten schwangeren Frauen in speziellen Lebensborn-Heimen eine sorgenfreie Geburt zu ermöglichen, um so die Abtreibungsrate zu reduzieren. Darüber hinaus wurden SS-Männer und Wehrmachtsoldaten gezielt ermuntert, unter Wahrung der Identität (ihrer Anonymität) auch außerhalb ihrer Ehen für Nachwuchs zu sorgen. Schließlich fanden als „germanisch“ eingestufte Kinder aus den besetzten Gebieten, etwa aus Polen, den Niederlanden und Skandinavien, im Lebensborn eine Heimstatt.

Der Lebensborn war also weder eine „Zuchtanstalt“, in der „reinrassige“ Männer und Frauen gezielt zusammengeführt wurden, noch eine karitative Einrichtung, die vorrangig dem Wohl der Mütter diente, sondern eine den rassepolitischen Zielen der NS-Diktatur untergeordnete Organisation.

Der Angriff auf die Sowjetunion

Der Angriff auf die Sowjetunion am 22. Juni 1941, der mit einer Streitmacht von 3,3 Millionen Mann geführt und von Hitler als Vernichtungskrieg gegen die Bevölkerung zur Gewinnung von Lebensraum im Osten angelegt war, lief sich nach großen militärischen Anfangserfolgen im Winter 1941 vor Moskau fest. Auch die Blockade Leningrads vom 8. September 1941 bis 27. Januar 1944 führte zu keinem Erfolg. Mit der Kapitulation der 6. Armee vor Stalingrad am 2. Februar 1943 begann der unaufhaltsame Rückzug der deutschen Truppen.

Widerstand im Nationalsozialismus

Der Widerstand gegen Hitler und den Nationalsozialismus (1933-1945) stellt ein eminent wichtiges politisches Thema dar, welches zunächst von der Masse der Ex-Parteigenossen und Mitläufer eher verdrängt sowie verschwiegen und später von sehr einseitigen Sichtweisen im Schatten des „Kalten Krieges“ geprägt war. Die marxistischen Historiker der DDR und ihre Anhänger im Westen zeichneten das Bild vom „heldenhaften“ kommunistischen bzw. Arbeiter-Widerstand gegen Hitler, nicht von ungefähr wurden unzählige Straßen und Plätze nach dem Kommunistenführer Ernst Thälmann benannt. In der Bundesrepublik wurde dafür jahrzehntelang der „heroische“, „patriotische“ und der „christliche“ Widerstand betont. Wobei dieser meist von Einzelpersonen oder Gruppen ausging, niemals vom Militär oder der Kirche als Institutionen. Der hohe Blutzoll der kommunistischen Widerständler kam hierbei selten zur Sprache.

Erst in wachsender Distanz zum Geschehen und aufgrund des Zerbrechens der zwischen 1945-1989 „eingefrorenen“ Ost-West-Konstellation erweiterte sich diese Sicht.

Heute werden neben dem „linken“ und „christlichen“ Widerstand sowie den Personen des 20. Juli 1944 auch andere Widerstandskreise und -themen betrachtet, die nicht so eng an Institutionen oder Organisationen gebunden sind: Alltagswiderstand, Einzelpersonen, freie Jugendgruppen, jüdischer Widerstand usw. – die Auseinandersetzung mit diesem Themenbereich der jüngeren deutschen Geschichte erfolgt in der wachsenden Distanz immer differenzierter.

Die Währungsreform

Am 18. Juni 1948 wurde die deutsche Bevölkerung in den drei westlichen Besatzungszonen per Rundfunk und Zeitung über die Währungsreform informiert: Pro Kopf konnten zwei Tage später zunächst 40 Deutsche Mark gegen die alte Reichsmark eingetauscht werden. Mit der Währungsreform sollte ein verlässliches Verhältnis zwischen Geldpreis und Warenwert hergestellt werden. Im zerstörten Nachkriegsdeutschland hatte die Reichsmark sehr schnell und beständig an Wert verloren, Tausch- und Schwarzmarkthandel blühten. Die zunehmenden Spannungen im Ost-West-Verhältnis verhinderten aber eine gemeinsame Währungsreform in allen vier Besatzungszonen. In der sowjetischen Besatzungszone erfolgte die Umstellung wenige Tage später.

Die Berliner Luftbrücke

Die Luftbrücke wurde im Juni 1948 von den Westalliierten zur Versorgung der Bevölkerung Westberlins eingerichtet. Die Sowjetunion hatte in Reaktion auf die Währungsreform in der Nacht vom 23. auf den 24. Juni 1948 alle Versorgungswege nach Westberlin blockiert (Berlin-Blockade). Daraufhin wurden die ca. zwei Millionen Einwohner über drei Luftkorridore durch amerikanische und englische Flugzeuge versorgt. Die Maschinen starteten und landeten im Minutentakt in Berlin und brachten  Nahrungsmittel, Kohle und alles Notwendige im Umfang von ca. 5.000 Tonnen am Tag.

Berlin war seit 1945 in vier Sektoren unterteilt. Die Stadt lag im Gebiet der sowjetischen Besatzungszone, so dass die Westsektoren dort wie eine Insel vom Umland abgeschnitten werden konnten. Die Blockade markiert die Zuspitzung des Ost-West-Konflikts, der das 1945 festgelegte gemeinsame Vorgehen der Großmächte in Deutschland schließlich scheitern ließ. Durch die Luftbrücke wurde die Sowjetunion gezwungen, die Berlin-Blockade im Mai 1949 abzubrechen, die Versorgungsflugzeuge setzten ihre Lieferungen noch einige Wochen fort. Die Luftbrücke veränderte die Einstellung der Bevölkerung zu den westlichen Besatzungsmächten, die nun als Helfer und Retter angesehen wurden. Die Bezeichnung „Rosinenbomber“ für die Transportmaschinen, die meist Militärflugzeuge waren, gab diese neue Zuordnung wieder.

17. Juni 1953

Die heutige Bundesrepublik kennt Demonstrationen jeder Art, von den Anti-AKW-Demos bis zu den „Wutbürgern“ im Stuttgarter Bahnhofsstreit reicht hier die Palette. Lautstarke Auseinandersetzungen – unter Umständen mit gewaltsamer Komponente – können hier vorkommen. Die Dimension des 17. Juni 1953 in der damaligen DDR wird aber nicht einmal im Ansatz erreicht. An diesem Tag begehrten sehr viele Bürger in DDR-Städten (besonders in Ostberlin) gegen „ihren“ Staat auf – und dieser Staat ließ es zu, dass man auf die eigenen Bürger schoss. Sowjetische Panzer und  Soldaten stützten mit massiver Gewalt das DDR-Regime, der Westen protestierte und schaute zu. Fortan konnte sich der angeblich vom Volk getragene Parteiapparat seiner Herrschaft nicht mehr sicher sein: „Der 17.Juni 1953 versetzte der SED-Führung einen Legitimitätsschock“ (Richter 2009, S.18). Bertolt Brecht, ein linksgerichteter und bewusst in der DDR lebender Schriftsteller, reagierte auf den 17. Juni mit dem sarkastischen Gedicht „Die Lösung“. Hierin formulierte er unter dem Eindruck der Ereignisse:

„Wäre es da
Nicht doch einfacher, die Regierung
Löste das Volk auf und
Wählte ein anderes?“

Gastarbeiter

In den 1950er und 1960er Jahren boomte die deutsche Wirtschaft. Um deutschen Unternehmen dringend benötigte Arbeitskräfte zuzuführen, schloss die Bundesrepublik Anwerbeabkommen mit Italien, Spanien und Griechenland, der Türkei, Marokko, Portugal und Jugoslawien. Erst die Wirtschaftsflaute von 1966/67 und die Ölkrise 1973 führten zu einem völligen Anwerbestopp. Da der deutsche Staat den angeworbenen Arbeitskräften anfangs nur einen befristeten Aufenthalt gewährte, bürgerte sich hierzulande schnell die Bezeichnung „Gastarbeiter“ ein. Doch auch nach Wegfall der zeitlichen Befristung wurde und wird der Begriff heutzutage oftmals undifferenziert für alle Arbeitsmigranten verwendet. Viele von ihnen holten ihre Familien zu sich und wählten Deutschland als neue Heimat. Heute leben hierzulande fast 16 Millionen Menschen mit Migrationshintergrund, deren Integration ganz unterschiedlich verlaufen ist.

Kennedy-Besuch 1963

Der Kennedy-Besuch in West-Berlin am 26. Juni 1963 gehört zu den bekanntesten historischen Momenten in der deutschen Geschichte nach 1945. In der berühmt gewordenen Rede am Schöneberger Rathaus, dem Amtssitz des Regierenden Bürgermeisters Willy Brandt, sagte der US-Präsident zwei Jahre nach dem Mauerbau den legendären Satz: „Ich bin ein Berliner.“ An die 250 000 Zuhörer jubelten ihm zu. Zeitzeugen berichten hier über ihre Eindrücke von diesem Besuch in Berlin und Westdeutschland.

Einstiegsinformation über https://www.youtube.com/watch?v=ZC5UJiBN9Uk

Zusätzlich der Lemo-Videofilm „Ich bin ein Berliner“ – Kennedy in Berlin“ mit englischem Redeausschnitt (2:28 min) unter http://www.hdg.de/lemo/html/DasGeteilteDeutschland/DieZuspitzungDesKaltenKrieges/DieMauer/kennedyBesuch.html

Jugendkulturen in Ost und West

Eigenständige Jugendkulturen bildeten sich in West- und Ostdeutschland. Beide orientierten sich in den 1960er und 1970er Jahren stark an der angloamerikanischen Popkultur. Besonders die Musik traf auf eine weitverbreitete Sehnsucht nach mehr Freiheit, die sich nicht nur im privaten Musikhören äußerte, sondern auch in Gemeinschaftsbildung durch Open-Air-Konzerte und in alternativen Lebensstilen. Während sich in der Bundesrepublik die Jugendkultur freier entwickeln konnte, war in der DDR der Einfluss des diktatorischen Staates nicht so einfach abzuschütteln.

Die Rote Armee Fraktion

Von 1970 bis in die 1990er Jahre bedrohte die „Rote Armee Fraktion“ (RAF), wie sich die linksterroristische Baader-Meinhof-Gruppe selbst nannte, mit zahlreichen tödlichen Anschlägen die Sicherheit in der Bundesrepublik Deutschland. Als eine terroristische Steigerung erwuchs die Gruppe aus der Kritik eines Teils der 68er-Generation an den kapitalistischen Zuständen in Westdeutschland. Sie agierte in internationalen Bündnissen gegen „westliche“ Einrichtungen wie die US-Armee, den Staat Israel sowie deutsche Staats- und Wirtschaftsvertreter. Dabei bedienten sie sich auch der DDR als Zufluchtsort. In Westdeutschland sah die Gruppe die Gefahr eines angeblich neu aufkommenden Faschismus und weltweit tätigen Imperialismus als gegeben an. In ihrem militanten Kampf nahm sie neben dem Mord an Spitzenrepräsentanten wie dem Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer 1977 oder Geiselnahmen sowie Flugzeugentführungen den Tod zahlreicher Polizisten sowie auch vollkommen Unbeteiligter in Kauf. Über den Umgang mit der RAF entbrannte ein innenpolitischer Streit um die Verschärfung der Sicherheitsgesetze und die Fahndungsmethoden. Am Ende widerstanden die deutsche Gesellschaft und Politik den terroristischen Erpressungsversuchen und gingen in ihrem demokratischen Verständnis sogar gestärkt daraus hervor. Bis heute sind viele Details aus der Geschichte noch unklar, auch weil Geheimhaltung und Aussageverweigerungen von Ex-Terroristen die Wahrheitssuche erschweren.

Die Anti-Atomkraft-Bewegung

Die Anti-Atomkraft-Bewegung hat in der Bundesrepublik seit den 1970er Jahren dauerhafte Spuren hinterlassen und sich zuletzt in ihrer Skepsis und Angst vor dem Super-GAU durch den Atomausstieg 2011 der Bundeskanzlerin Angela Merkel bestätigt gefunden. Mit dieser Bewegung ist der Aufstieg der Partei „Die Grünen“ ebenso eng verbunden wie die Entwicklung und der Einsatz alternativer Energiequellen.

Die Ära Honecker

Als „Ära Honecker“ werden die 70er und 80er Jahre in der DDR bezeichnet. Für die Bevölkerung waren sie sowohl durch eine zunehmende soziale Sicherheit als auch durch stärkere politische Bevormundung gekennzeichnet. Für die Kontrolle der Menschen war das seit 1971 stark aufgerüstete Ministerium für Staatssicherheit (MfS) zuständig. Wirtschaftlich gesehen stand die „Ära Honecker“ vor allem unter der proklamierten Hinwendung zum „Konsumsozialismus“, der den Lebensstandard in der DDR anheben sollte. Um den sozialen Wohnungsbau, Lohn- und Rentenerhöhungen sowie zinslose Kredite für die Bevölkerung bezahlen zu können, startete die Regierung Honecker eine Hochverschuldungspolitik, die auch mit Krediten aus dem Westen finanziert wurde. Im Gegenzug musste die DDR-Regierung die Minen und Selbstschussanlagen an der innerdeutschen Grenze entfernen. Dennoch nahm die Zahl derer, die einen Ausreiseantrag stellten und die DDR für immer verlassen wollten, als auch der Kritiker, die im Land bleiben und die Lebensbedingungen dort verändern wollten, stetig zu.

Die Opposition in der DDR

Die DDR wurde spätestens nach dem 17. Juni 1953 zu einem Staat, der seiner eigenen Bevölkerung zutiefst misstraute. Trotz vielfältiger Kontroll- und Zwangsmaßnahmen gab es Menschen, die vorsichtige Opposition, punktuellen Protest oder grundsätzlichen Widerstand ausübten. Ohne das Wirken dieser engagierten und aus unterschiedlichen Richtungen kommenden Menschen ist die Friedliche Revolution von 1989 kaum vorstellbar.

Stasi-Haft

Die „Stasi“, das Ministerium für Staatssicherheit (MfS), verstand sich als „Schild und Schwert“ der SED (Sozialistische Einheitspartei Deutschlands). Im Bestreben „gegnerische Pläne und Maßnahmen rechtzeitig aufzuklären und die notwendigen Gegenmaßnahmen einzuleiten“ (Mielke, 1967) wurden die Repressionen vor allem auch gegen die eigene Bevölkerung gerichtet. Menschen, die in den Verdacht kamen, dem sozialistischen System der DDR kritisch gegenüberzustehen oder eine Flucht in den Westen zu planen, wurden überwacht, kontrolliert und mit ausgefeilten Maßnahmen unter Druck gesetzt. Die Befugnisse der Staatssicherheit reichten dabei bis hin zur Inhaftierung. Im Gefängnis wurden die Betroffenen durch die Verhörmethoden und die Haftbedingungen weiter schikaniert und bedroht. Die Erlebnisse beeinflussten und prägten ihr Leben weit über die Haftzeit und auch über das Ende der DDR hinaus. Die Einsichtnahme in die eigenen Stasi-Akten nach der Wende schafft zumindest die Möglichkeit, genauere Informationen über Hintergründe und Beteiligte zu erfahren, die man als Betroffener zum Zeitpunkt der Haft nicht hatte.

Leben in der DDR-Diktatur

Seit 1990 stellen DDR und Bundesrepublik ein vereinigtes Deutschland dar. Formal wurde dies durch den Beitritt der DDR zum Geltungsgebiet des Grundgesetzes vollzogen. Ob die damaligen Erwachsenen dies als bejubelte Wiedervereinigung, rein formal als Beitritt oder  mit kritischem Unterton als „Anschluss“ betrachteten, war der jeweiligen Perspektive geschuldet. In jedem Fall änderte sich das Leben in Ost und West. Für den Osten Deutschlands allerdings sicher in sehr viel stärkerem Ausmaß. 25 Jahre danach können wohl nur die über 35-Jährigen einigermaßen gesichert die jeweilige Ost- oder Westperspektive und die damit verbundenen Erfahrungen erinnern. Für junge Menschen ist die damalige Situation im Grunde unvorstellbar, sie ist „ferne Geschichte“, fast so entfernt wie das alte Preußen oder die Zeit der Stauferkaiser.

Deutschland unter alliierter Besatzung

Nach der deutschen Niederlage im Zweiten Weltkrieg teilten die vier Siegermächte USA, Sowjetunion, Großbritannien und Frankreich 1945 das Land in vier Besatzungszonen auf. Während der Norden unter britischer und der Südwesten unter französischer Verwaltung standen, übernahmen die US-Amerikaner vor allem im Süden und die Sowjetunion im Osten Deutschlands die Herrschaft. In den westlichen Zonen entwickelte sich schon bald eine demokratische und marktwirtschaftliche Gesellschaftsordnung. Im sowjetisch besetzten Teil Deutschlands hingegen prägten Sozialismus und Planwirtschaft das Leben der Bevölkerung.

Die Deutschen nahmen die Anwesenheit der Alliierten anfangs mit unterschiedlichen Gefühlen wahr. Die einen feierten sie als Befreier und Friedensbringer, andere betrachteten sie als Besatzer und Eindringlinge. Im Laufe der Jahre wurden im Westen aus den ehemaligen Feinden immer mehr Freunde, während die Ostdeutschen nur wenig Kontakt zu den sowjetischen Soldaten hatten. Vielfach prägten die alliierten Soldaten jedoch das Straßenbild der Stationierungsorte und die Alltagskultur der Deutschen. Obgleich Deutschland seit der Wiedervereinigung wieder souverän ist und hier nur noch wenige alliierte Truppen stationiert sind, ist ihre ehemalige Präsenz vielen Deutschen in Erinnerung geblieben.  

Verband der Geschichtslehrer

In Deutschland gibt es ca. 70.000 Geschichtslehrkräfte. Der Verband vertritt ihre fachbezogenen Interessen. Für die folgenden pädagogischen Ausarbeitungen sind diese Mitglieder verantwortlich: Ulrich Bongertmann, Dr. Meike Hensel-Grobe, StD Dr. Ralph Erbar, Niko Lamprecht sowie Dr. Peter Lautzas. Die Unterrichtspakete entstehen mit finanzieller Förderung des Landes Rheinland-Pfalz.